Unter Menschen gehen

Für viele Menschen hat der Satz längst seinen Sinn verloren. Man geht nicht mehr unter Menschen, man ist ständig unter ihnen. Dank Smartphone und sozialer Netzwerke pausenlos. Das Sonntagskleid, das früher selten getragen, die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum markierte, wird heute gleichsam nicht mehr abgelegt. Stets präsent verdrängt Wirkung Wirklichkeit. Hier im Wald dagegen begegne ich oft tagelang keiner Menschenseele und den Bäumen bin ich ganz egal. So unbeachtet lebt es sich sehr entspannt. Die dreckverkrusteten Gummistiefel sitzen wie angegossen und ich muss aufpassen, dass mir mein Sonntagskleid nicht zu klein wird.

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