Anouk

Wir sind zu dritt. Zwei Menschen, ein Hund. Die Rollen festgelegt, die Rangordnung klar. So dachten wir, hatten wir doch nicht mit der Geduld, Beobachtungsgabe, dem Einfühlungsvermögen und dem starken Willen unseres kretischen Jagdhundmischlings gerechnet. Wir messen unsere Kräfte, tricksen uns aus, lernen uns kennen und wachsen zusammen. Sie ist geschickter als wir und hat den längeren Atem. Wir haben unseren Ehrgeiz hintangestellt und sind nun wie gute Eltern nicht stolz, auf das was wir geschaffen haben, sondern stolz auf das was ist. Und das ist eine Menge: Ausreißen, aber nicht verloren gehen, den Zaun immer wieder auf Schwachstellen überprüfen und welche finden, rennen wie der Wind und dabei strahlen, ohne Worte wortreich kommunizieren und uns von der Bedeutung des Sprichworts "der Klügere gibt nach" überzeugen. Dass ihr Freiheitsdrang nicht zu brechen ist und sie uns im Wald haushoch überlegen, fordert unseren Respekt und dass sie dennoch so gerne bei uns ist, macht uns tatsächlich dankbar.     

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Kommentare: 2
  • #1

    Bettina (Montag, 01 Januar 2018 13:16)

    Wie schön, dass es noch Menschen gibt, die ihren Hund Hund sein lassen. Die beobachten wie er ist und sich daran freuen. Und die ihm die Freiräume gewähren, die er für ein glückliches Hundeleben braucht.

  • #2

    Nüket (Dienstag, 02 Januar 2018 15:56)

    sooooo schön kann ein Hundeleben sein :)