Heubett, Klappe die II.

Diva beim Fototermin - unnachahmlich arrogant, weil sie plötzlich liegen soll, wo sie sonst nicht liegen darf.
Diva beim Fototermin - unnachahmlich arrogant, weil sie plötzlich liegen soll, wo sie sonst nicht liegen darf.

Auf einer Heumatratze schlafen ist, als hätte man eine befestigte Straße verlassen um den Rest des Weges auf holprigen Pfaden zu gehen. Glatt, gleichmäßig gepolstert und praktisch rechteckig bietet die genormte Matratze dem Schläfer den schnellen Weg in den guten Schlaf. Unser Heubett dagegen zeichnet aus, dass es nicht vergessen lässt, worauf man liegt. Uneben und voller Dellen hat es Persönlichkeit und ist nach jeder Nacht verändert wie ein Trampelpfad im kräftigen Regen. Und es braucht auch die gleiche Pflege: Vertiefungen auffüllen, Ränder befestigen, Verwerfungen einebnen. Aber das macht gerade seinen Charme aus. Es ist wie der Unterschied zwischen einem windschiefen Fachwerkhaus und einem Zweckbau, Kerzenschein und Neonlicht. Praktisch das eine, das andere authentisch schön! Für mich schon Grund genug. Aber da ich mich selbst am Besten von den Vorzügen eines einmal eingeschlagenen Weges überzeugen kann, habe ich mir darüber hinaus auch handfeste Argumente zurechtgelegt, warum unsere Heuunterlage gut für uns ist: Jede Nacht werden andere Bereiche des Rückens be- oder entlastet und durch Knubbel massiert. Das fordert ihn und macht ihn widerstandsfähig. Bettet man ihn dagegen zu sanft, verwöhnt man ihn also, dann bleibt er untrainiert und anfällig. Wer hätte auch jemals gehört, dass Hunde Rückenleiden entwickeln, nur weil sie auf hartem Boden, unebener Wiese oder in einem Heubett schlafen?

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