Ein trockenes Außenzimmer

Unser bisheriges Terrassendach hatten wir noch im ersten Jahr selbst gebaut und waren sehr stolz darauf gewesen. In diesem Winter zeigte sich aber, dass der Regen - nicht wie gemeinhin angenommen - von oben kommt, sondern vom Wind aus allen Richtungen unter die doch relativ kleine Überdachung getrieben wird. Ein Außenzimmer - kalt zwar, aber doch wenigstens trocken und somit geeignet, den Wohnraum zu erweitern - war unsere Terrasse daher die meiste Zeit nicht. Tisch und Stühle wurden genauso nass wie die Kiste, die als Kühlschrankersatz für Lebensmittel neben der Tür steht, oder Hundedecke und Gartenschuhe. Also entschieden wir, uns ein großes Vordach zu leisten und mit dieser anspruchsvollen Arbeit Fachleute zu beauftragen, die nicht wie wir, ein Dach mit Metallwinkeln und Baumarkt-Latten zusammenschustern, sondern nach den Regeln der Zimmermannskunst vorgehen. Während wir selbst im Garten arbeiten - Kies und Natursteinplatten auf den Gartenwegen verteilen und mit Bruchsteinen niedrige Trockenmauern als Beetumrandung bauen - schauen wir den Fachleuten bei der Arbeit zu und sind beeindruckt. Nach und nach, da jeder Balken an Ort und Stelle zurechtgeschnitten wird, entsteht in der Technik des Fachwerkbaus ein Gerüst aus Ständer, Riegel und Streben, das ein stabiles Dreieck bildet und die Last des Daches trägt. Die Verbindungen werden mit unsichtbar im Holz versenkten Schrauben gesichert, die Dachbalken nicht einfach aufgelegt, sondern mit Kerben eingepasst. Solide Stegplatten und eine Regenrinne samt Fallrohr komplettieren das Dach. Die Arbeit von Profis und nicht zu vergleichen mit dem örpeligen Ding, das wir selbst gebaut hatten. Selbermachen hat eben doch seine Grenzen und Handwerk nennt sich nicht zu Unrecht auch Handwerkskunst. Nun haben wir wieder ein trockenes Außenzimmer und diesen Luxus wissen wir sehr zu schätzen.

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