Kiek mal wedder in dat Archiv rin

Ist ja schon ein bisschen schade, dass man uns alles so schön wegerklärt ... da sehe ich doch mit einem Mal im linken kleinen Stein ein müdes altes Gesicht mit Knollennase und griesgrämig nach unten verzogenen Mundwinkeln. Nun könnte ich mich persönlich davon berühren lassen, aber natürlich habe ich gelernt, dass der Mensch einfach darauf programmiert ist, Gesichter zu erkennen und deshalb alle zufälligen Muster nach entsprechenden Merkmalen scannt und gesichtserkennungsmäßig filtert. Wüsste ich das nicht, könnte ich an eine durchgeistigte Welt viel leichter glauben und sie würde sich vom Objekt, über das ich verfügen kann, schnell in ein Subjekt verwandeln, das niemals nur Mittel meiner Zwecke sein darf. Immanuel Kant bescheinigt dem Menschen diesen "Zweck an sich selbst" und damit Würde. Deshalb dürfen nur Dinge Mittel für meine Zwecke sein, Menschen aber nicht. Sie dennoch als solche zu gebrauchen, verletzt nicht nur ihre Würde, sondern auch die Würde dessen, der sie nutzt. Würde ich dem folgen und die lebendige Welt nicht als Sache sondern als Wesen betrachten, dürfte ich auch sie niemals als Mittel verwenden. Auch sie bezöge ihren Zweck aus sich selbst und ihre Ausbeutung entwürdigte sie ebenso wie mich. Das ist Empfinden auf hohem seelischen Niveau. So fein gestimmt sind wir bisher nicht. Wir spielen noch die groben Töne, ein schönes Stück ist das nicht. 

Nun bin ich aber vom Thema, das dieser Beitrag haben sollte, abgekommen, wiederhole mich stattdessen zu anderen Gedanken und das recht gern, weil sie mir nicht aus dem Kopf gehen. Wer mich künftig beim Immerselben erwischen möchte, wer auch die Natur beim Wiederholen ertappen will, der kann im Blogarchiv (dazu den Mauszeiger zum Blogbutton führen) nachschauen und im April letzten Jahres nachlesen, dass am ersten noch Schnee lag, Tage später die Invasion der Kröten begann, die auch dieses Jahr, von mir allerdings unbemerkt, stattgefunden haben muss, denn ihren Laich, das wissen wir, habe ich bereits gefunden, und dass mich ein Kieselkichergesicht schon einmal an die belebte Natur erinnerte. 

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