Was google nicht weiß

Es kommt mir wie eine feindliche Übernahme vor, wenn ich die Beete, die sich bisher bescheiden an die Grenzen unseres Gartens gehalten haben, nun selbstbewusst in das neue Grundstück ausdehne. Und die Arbeit hat tatsächlich etwas Aggressives.  Steine schleppen, um neue Grenzen abzustecken, Blaubeerwurzeln herauszerren, widerspenstige Unkrautplacken abreißen und Mutterboden auffüllen. Die Erde darunter besteht aus lockerem Humus, der sich aus Kiefernzapfen und Nadeln gebildet hat und den harten unebenen Sandboden unterschiedlich dick bedeckt. In solch einem Milieu überleben nur anspruchslose Geschöpfe: Blaubeeren, Heidekraut, Unkraut. Und zwischen den Wurzeln etwas, das ich nicht einordnen kann. Braune Kugeln wie kleine Geschosse, die in unterschiedlichen Größen an Blähton erinnern, ebenso fest sind, aber doch innen hohl und mit einer schwarzen, luftigen, staubigen Masse gefüllt. Einige Kugeln haben Öffnungen, bei denen ungewiss ist, ob sie durch ein Tier entstanden sind, das hinaus oder durch eines, das hinein wollte. Kokons, Samenkapseln, Pilze? Das im Internet gesammelte Wissen scheint nicht auszureichen, um dieses Geheimnis zu lüften. Vielleicht stelle ich auch nur die falschen Fragen. Wenn einen die Theorie nicht weiterbringt, muss es die Praxis zeigen. Daher habe ich nun einige Kugeln in ein Glas mit Erde gelegt und luftdurchlässig verschlossen. Mal schauen, ob die Natur und die Zeit mir eine Antwort geben.   

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Kommentare: 2
  • #1

    Nüket (Mittwoch, 18 April 2018 14:04)

    für mich sehen sie ganz spontan nach Kugeln von Mistkäfern aus

  • #2

    Anja (Mittwoch, 18 April 2018 16:25)

    Das würde hier in den Wald passen. Aber sollten die Kugeln dann nicht weich oder insgesamt fest sein? Die haben aber eine richtige Schale, die beim Aufbrechen knackt und diesen luftigen Inhalt hat, ein bisschen wie Sporen ...