Zucchini, Kartoffel, Tomate und Zuckerschote

Zuckerschoten stehen Spalier und tasten nach Halt
Zuckerschoten stehen Spalier und tasten nach Halt

Städte konnten entstehen, nachdem die Landwirtschaft intensiviert wurde und die arbeitslos gewordenen Menschen in die Wirtschaftszentren ziehen konnten/mussten, um sich in den neu entstehenden Fabriken für Lohn zu verdingen. Das ist gar nicht so lange her, wie es sich anfühlt. Abhängig blieben die Städte und Städter von der Versorgung durch die Landbevölkerung. Sie erarbeitete mit den durch neue Techniken ermöglichten Nahrungsüberschüssen die Grundlage für die Urbanisierung, die bis heute anhält. Wenn man sich Arbeiter- und Bauernstaat nennt, gesteht man dieser offensichtlichen Tatsache noch eine wesentliche Bedeutung zu. Ein modernes Großstadtkind dagegen macht sich kaum noch klar, woher die Nahrung kommt. Auch wir hatten uns, bevor wir aufs Land zogen, weit von unseren Lebensmitteln entfernt und das Bewusstsein, dass wir in so grundsätzlichen Lebensbereichen abhängig waren, beunruhigte uns. Wir wollten autarker werden. Ein heeres Ziel, das hier auf dem Land prompt in den Hintergrund rückte, da es überall genug Obst und Gemüse gab. Auf den Feldern blieb viel liegen, die Büsche und Bäume an den Wegesrändern waren voll und nicht zuletzt fiel auf "unserem" Biohof immer etwas ab. Dass wir daher nichts mehr im Supermarkt zu suchen hatten, schien uns erst einmal Schritt in die richtige Richtung genug und wir wendeten uns getrost den vielen anderen Arbeiten zu. Erst jetzt im dritten Jahr, nachdem wir uns von völligen Greenhorns schon etwas in Richtung Landei entwickelt haben, trauen wir uns an eigenes Gemüse. Der Waldboden ist dafür eine schlechte Grundlage, aber eine Fuhre voll Mutterboden in Hochbeete, Holzkisten und ausgehobene Vertiefungen gefüllt, soll Abhilfe schaffen. Die Zuckerschoten habe ich zuerst gesät und sie entwickeln sich nicht nur prächtig, sondern sehen mit ihren zart tastenden Klettertrieben auch ganz entzückend aus, Zucchini sollen wie Unkraut gedeihen, daher bin ich wenig besorgt, dass sie sich auf unserem Kompostbeet gut entwickeln und Tomaten durfte ich schon bei einer Nachbarin gießen, weswegen ich mich vorgebildet fühle :-). Und dass man Kartoffeln am Wachsen eigentlich gar nicht hindern kann, das erlebte ich im ersten Jahr, als aus den überall im Garten verbuddelten Gemüse- und Erdäpfelresten seltsam große Pflanzen entstanden, die ich ziemlich verwundert betrachtete, bevor ich sie beim Herausreißen als Kartoffeln erkannte.

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