Überquellende Kammern

Ich nehme alles zurück. Für die Tiere in unserem Garten mögen wir zwar überflüssig sein aber als Störenfriede in ihrer heilen Welt betrachten sie uns die meiste Zeit nicht. Positiv gestimmt, wohlgesonnen und unvoreingenommen wie sie sind, haben wir Unterhaltungswert für sie. Wir bringen Leben in die Bude und neue Möglichkeiten und die sind höchst willkommen auch in ihrer Welt, die genau wie unsere nicht nur dem Überleben und der evolutionären Pflichterfüllung gewidmet ist, sondern ebenso der Schönheit, dem Genuss, Spiel und Spaß. Die Welt, nicht nur die menschliche, ist voller Schöngeister, Ästheten, Wissbegieriger, Feinschmecker, Liebender, Künstler. Ob zum Selbstzweck, zum Vergnügen anderer oder im Dienst der großen Sache, überall wird Schönes geschaffen, Schönheit zelebriert, dem Schönen gehuldigt, dem Genuss gefrönt, der Lust gedient. Das Leben ist kein Jammertal, es will gefeiert werden und da macht jeder auf seine Weise mit. Und wenn der Mensch etwas beizusteuern hat, wird das Fest noch besser. Unsere Wolle zum Beispiel steht bei den Eichhörnchen und Vögeln, wie schon oft erwähnt, hoch im Kurs. Da wird auch nicht gekleckert, sondern geklotzt, da können die Kammern, die Kobel - wie man oben sieht - ruhig überquellen. Spartanische oder puristische Anwandlungen sind menschliche (Irr-)Wege. Tier genießt, schöpft aus dem Vollen, Geiz findet es nicht geil, Geiz ist lebens- und lustfeindlich. Wolle, Windspiele, neue Pflanzen, Trockenmauern, Möbel, Keller, Schuppen, Giebel, Nahrung, einfach alles von uns wird mit Neugier in Augenschein genommen, ausprobiert und wenn sich was draus machen lässt, dann ist es ihres, denn wir gehören dazu.   

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Kommentare: 1
  • #1

    G. (Mittwoch, 11 Juli 2018 16:32)

    Lange keine so ansteckend lebensfreudige Betrachtung mehr gelesen - ja, so kann man die Welt auch sehen! Die kleine heile Waldwandelwelt, hineingelächelt- und sie lächelt wieder! So war das immer!
    Danke!