Die Kapern des kleinen Mannes

Ich liebe Kapuzinerkresse und daher lege ich jedes Jahr einige Samen in die kleineren runden Hochbeete oder wie hier auf dem Bild in die versenkte Duschtasse, die mit Erde gefüllt und von knorrigen Ästen und Baumwurzeln umrahmt ist. Nicht immer ist der Anfang leicht für die Pflanzen, aber irgendwann sind sie nicht mehr aufzuhalten, wuchern üppig und erobern rankend neues Terrain. Sie sind eine Augenweide. Wir erfreuen uns monatelang an ihr überschwänglichen Pracht. Und anders als das Maiglöckchen, das ein Janusgesicht hat, ist die Kapuzinerkresse durch und durch "hilfreich und gut". Alles an ihr ist essbar und fördert die Gesundheit: Knospen und Blüten, Blätter und Samen. An Blättern und Blüten bediene ich mich regelmäßig, mische sie unters Gemüse oder schnibbel sie aufs Brot. Aber auch die Samen sind schmackhaft, scharf und etwas bitter. Man kann sie wie Kapern verwenden, wenn man sie einlegt. Das ist ganz einfach: zwei Hände voll frische grüne Samen waschen und in einer Mischung aus Wasser, Essig (zu gleichen Teilen oder etwas mehr Wasser als Essig, zusammen etwa 150 ml), einem halben Teelöffel Salz und einem Esslöffel Pfefferkörner aufkochen, kurz köcheln lassen und den Sud sofort in gut verschließbare Gläser füllen. Fertig! Eigentlich sollen sie noch einige Zeit durchziehen, aber ich war neugierig und habe sie schon vorher gekostet - sehr sehr lecker im Dinkeleintopf oder auf Ernussmusbrot!

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