Abendstimmung

Landleben ist erholsam. Es verschont einen mit den vielen Mitteilungen und Werbebotschaften, die in Städten allgegenwärtig sind. Ob auf Autos, an Hauswänden, in Bus und Bahn, auf Bildschirmen, an Infowänden, auf Weggeworfenem, an Mülleimern, in Schaufenstern, auf Leuchttafeln. Überall wird um Aufmerksamkeit geworben und das Beworbene ist immer mehr als es ist. Der Joghurt ist nicht nur Satt- sondern auch Schönmacher, die neue App sorgt für Erfolg, die Bar verspricht ein Date, die Pizza traute Zweisamkeit, die Kundgebung ist ein Muss für den Umweltbewussten, das E-Bike macht hip und fit. Man ist gefragt und gefordert. Die Grenzen der Aufnahmefähigkeit sind schnell erreicht, der Speicher voll mit Unbedeutendem. 
Hier dagegen ist ein Trecker ein Trecker und keine Werbefläche, die Kuhweide lädt nicht mit Handzetteln zum beschaulichen Innehalten ein und am Hühnergehege prahlt kein Schild mit seinem Ökogedanken. Die Pferde auf der Weide sind nicht Teil einer vielversprechenden Unternehmung zur Stressreduktion, der Forst kein japanischer Ort des Waldbadens und dem  Abendhimmel ist es egal, ob ich dabei bin. Er animiert mich nicht zum Kauf und nicht zur Nachahmung. Die Natur lässt mich in Ruh. 

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Kommentare: 1
  • #1

    G. (Donnerstag, 01 November 2018 23:45)

    Man kann’s nicht treffender ausdrücken! Genauso ist es!