Von Hühnergöttern und anderem Zauber

Um ein Hühnergott zu sein, muss man ein Loch im Stein haben. Erst das macht ein einfaches Mineral zum Talisman, der vor den Tollheiten der Hausgeistin Kikimora schützen kann. Und da Kikimora nach alter Überlieferung ein zänkisches Weib ist, das menschliches Schicksal in ihrer Hand hält, sogar den Lebensfaden bemessen kann und Magie eine Frage des Glaubens ist, habe ich die beiden in einem Haufen Lesesteine entdeckten Hühnergötter dankbar aufbewahrt, um sie bei passender Gelegenheit wirkmächtig einzusetzen. Nun ist die Gelegenheit gekommen. Zu kleinen Öllampen umfunktioniert bringen sie vor der schon lange stehengebliebenen Uhr ein sanftes Licht ins Dunkel des "Aber-vielleicht-doch-glaubens", der im Ausklang des Tages mit seinen weicher werdenden Konturen schnell an Klarheit einbüßt. Traum oder Wirklichkeit, Schein oder Sein, Zeit oder Ewigkeit - alles eine Frage der Be(Er)leuchtung? Mit einer Uhr, die immer halb eins zeigt, ist alles möglich.

 

Anleitung für ein magisches Licht:

Hühnergötter suchen und durch die Löcher je einen aufgerollten Baumwollrest ziehen. Die derart präparierten Steine in einen Teller mit Olivenöl setzen. Wenn sich das Tuch mit dem Fett vollgesogen hat, kann das oben aus dem Stein ragende Stoffende entzündet werden.

 

Ob Lebenslicht oder Abwehrzauber, so dreht man an den Stellschrauben seines Schicksals und wen da noch Zweifel plagen, der sei an folgenden Witz erinnert:

Klatscht jemand ununterbrochen in die Hände.

Befragt, was das denn solle, antwortet er:

Damit verscheuche ich die weißen Elefanten.

Aber hier sind doch gar keine.

Siehst Du!

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Heidelinde (Dienstag, 11 Dezember 2018 12:44)

    Ein Lachen zum Schluss ist doch immer die schönste Stellschraube des Schicksals! Mal wieder Danke, liebe Anja!