Ausgemustert oder vom Wert der Dinge

Vor einiger Zeit entdeckten wir in einem nahen Dorf einen Hallenflohmarkt, der wie ein überdimensioniertes altmodisches Haushaltswarengeschäft wirkt. Wenn wir irgendetwas brauchen, sei es eine Dichtung, ein neues Schälmesser, ein Kartoffelsack oder ein Ersatz für den kaputten Rechen, zuerst suchen wir dort. Nicht immer finden wir, was wir brauchen,  aber mit leeren Händen gehen wir trotzdem selten raus, denn von Puddingschüssel, Spitzendeckchen und Tortenheber über Zeitungsständer, Hundekorb und Fußmatte ist bis zu Gartenzwerg, Bollerwagen und Mistgabel beinahe alles vorhanden, was vom Menschen übrig bleibt. Jedes Ding bekommt eine zweite Chance. So musste auch bei meinem letzten Besuch die zart grüne, weiß gepunktete Müslischale genauso mit wie die praktische Wurzelbürste und der schön gemaserte Olivenholzkochlöffel. Zu guter Letzt verführte mich noch eine Sammlung verwaister Kaffeekannendeckel, die zu nichts mehr zu gebrauchen waren und mich gerade deshalb irgendwie rührten. Zu Hause setzte ich die "Nutzlosen" zusammen mit  "Alt" und "Zerbrochen" in "meinem Grab" bei und siehe da, so gewürdigt erblühten sie in neuer Schönheit.      

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