Neues Jahr, neues Glück!

Meine lange Anouk-Runde führt mich regelmäßig an einer Feuchtwiese vorbei, die je nach Regenmenge entweder nur matschig nass oder aber mit größeren oder kleineren Pfützen überzogen ist. Aus der Ferne könnte man die großen Wasserflächen beinahe für richtige Teiche halten, tatsächlich sind sie aber nur wenige Zentimeter tief und für die gelegentlich dort Rast machenden Gänse wohl eher eine Enttäuschung. Für die Frösche oder Kröten aber, die hier geboren wurden und zu ihnen zurückkehren müssen, um nun ihrerseits eine neue Generation zu zeugen, geht es nicht um eine kleine Täuschung. Sie lassen sich jedes Jahr wieder auf ein gefährliches Vabanquespiel ein, bei dem Tausende von Leben auf dem Spiel stehen. Im Moment aber sieht es gut aus, die Zeichen stehen auf Sieg. Die Wiese ist mit Pfützen überzogen, das Wasser hat sich nicht nur in großen Flächen gestaut, überall in den von Gras bewachsenen Senken hat es sich gesammelt und jede kleine Vertiefung ausgefüllt. An sonnigen Tagen heizt es sich schnell auf und die Wärme sorgt für eine optimale Entwicklung der kleinen Kaulquappen in ihrem Laich. Später finden sie hier gute Verstecke und ausreichend Grünzeug und tote Insekten als Nahrung. Eine Kinderstube wie sie besser nicht sein könnte ... solange der Regen nicht ausbleibt. Ich erinnere mich an einen anderen Sommer. Die Kaulquappen hatten bereits eine stattliche Größe erreicht, dann aber trockneten die Pfützen nach einer Reihe heißer, regenfreier Tage langsam aus, bis sich die quirligen Ruderschwänzler zuletzt in immer kleiner werdenden Wasserlöchern drängelten. In dem Jahr kehrte ich mitfühlend mit einem Eimer Wasser zurück, schöpfte ein paar Dutzend Quappen hinein und setzte sie in unserem kleinen Gartenteich aus. Wenige Tage später war dann endgültig alles Wasser auf der Wiese verdunstet, der hoffnungsvolle Nachwuchs verschwunden und auch die Geretteten im Teich sah ich nicht wieder.    

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