Es lebe die Revolution

Das Schonraumgemüse entwickelt sich großartig. Inzwischen erklimmt es schon den zwischen die Reihen gespannten Kaninchendraht. Die Zuckerschote von Gottes Gnaden aber lässt die Menge hinter sich. Standesbewusst sich früh der edlen Rose zugesellt, hat sie sich nun innigst mit ihr verbandelt und teilt die ersten Blüten großzügig. So adeln sie als wahrhaft majestätisches Paar unseren bürgerlichen Garten: Die Königin der Blumen und das Kaisergemüse. Ich armer Prolet nehm es gelassen, könnt beinah's Wintermärchen neu verfassen, überlass die guten Reime lieber aber dem klugen Heine: 

 

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.


Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.


Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.  

 

Es lebe die Revolution :-)!

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