Rasenbleiche

Bei Temperaturen über dreißig Grad fällt das Arbeiten schwer. Aber Wäschewaschen macht immer noch Spaß, oder gerade jetzt. Das wallende, glucksende Geräusch in der Trommel suggeriert wie das im Bottich sprudelnd vom Wäschestampfer aufgeschäumte Wasser Erfrischung, auf der Leine trocknet auch die tropfnasse Wäsche im Nullkommanichts und in der heißen Sonne lassen sich auf dem Gras ausgelegte helle Teile bleichen. Rasenbleiche heißt die Methode und vor nicht allzu langer Zeit standen den Frauen dafür noch gemeindeeigene extra gepflegte Flächen, die Bleichwiesen zur Verfügung. Viele Straßennamen erinnern noch heute an sie. Neben einem Bach zum Ausspülen der Wäsche gelegen, konnten die fleckigen, vergilbten oder vergrauten Stücke bequem auf dem Rasen ausgelegt und immer wieder mit Flusswasser besprengt werden. Dann bildete die Sonne mit den Ausdünstungen des Rasens, dem Wasser der nassen Wäsche und Luftsauerstoff bleichende chemische Stoffe, die Peroxide, die sich auch heute noch im Waschmittel finden. Dort werden sie aber serienmäßig zugesetzt und "müssen" auch dann verwendet werden, wenn es gar keine Flecken zu entfernen gibt. Dass das der Umwelt nicht gut tut, kann man sich denken. Daher bleibe ich bei der Einen für alles, nehme es im übrigen mit Flecken nicht mehr immer so genau und versuche es ansonsten mit der Rasenbleiche. Dem weißen T-Shirt hat sie in jedem Fall gut getan und die Soßenflecken im Geschirrtuch sind zumindest etwas blasser geworden.        

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