Nachwuchs

Zwei kleine Selbstversorger sind ins Haus gekommen und entzücken uns über die Maßen. Den Tag über wuseln sie, unablässig unsere Nähe suchend, im Garten herum. Dabei zupfen sie Gras und Kräuter aus den Ecken, jagen mit vorgestrecktem Kopf in rasantem Schnellschritt Fliegen hinterher, gründeln in den Bodendeckern nach Schmackhaftem und schnäbeln durch jede Pfütze. Sie sind unbeschwert und wenn sie nicht beschäftigt sind, dann dösen sie eng aneinander geschmiegt vor sich hin. Die Sonne scheint, das Essen liegt ihnen zu Füßen und in den überall verteilten Wasserschüsseln lässt sich herrlich planschen. Ihr völliges Einverständnis mit dem Leben tut uns gut. 

Entenhaltung ist - so wurde uns vom Hobbyzüchter versichert - keine große Kunst. Deswegen haben wir uns nach jahrelangem Schwangergehen mit der Idee der Kleintierhaltung nun ganz spontan für sie entschieden.

In unserem großen Garten mit den vielen wilden Ecken versorgt sich das knapp zwei Monate alte Schopf- und Flugentenpärchen schon jetzt ganz allein. Lediglich in den mageren Zeiten kann man mit Resten gekochter Nudeln und Kartoffeln oder Gemüseabfällen hinzu füttern. Aber das wird vor dem Winter nicht nötig sein. Ein absolutes Muss für die artgerechte Entenhaltung ist allerdings genügend Wasser, das in zahlreichen Näpfen und Schüsseln auf dem Grundstück zum Trinken und Waschen von Insekten bereit stehen und natürlich in Form einer Schwimm- und Badegelegenheit vorhanden sein muss. Mit dem neuen Brunnen, der immer genügend kostenloses Brauchwasser liefert, ist diesem Bedürfnissen aber leicht Rechnung zu tragen. Auch an den Stall stellen die Entchen keine Ansprüche, die wir nicht unkompliziert erfüllen könnten. Solange er nur trocken ist und Schutz vor Feinden bietet, sind sie zufrieden. So fand sich in unserem Holzschuppen schnell eine Ecke, die abgetrennt und großzügig mit Holzspänen ausgestreut, ein bequemes Nachtlager abgibt. Trotzdem hören wir sie in aller Früh' mit ihrem "wiepwiepwiep" fordern: "Wo seid Ihr denn? Es wird langweilig! Lasst uns endlich raus!" Also gehe ich folgsam weit vor meiner Zeit hinaus, öffne die Tür und freue mich, mit welcher Begeisterung sie wieder einen neuen Tag beginnen.   

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