21. Januar 2020
Jedes Jahr das gleiche Spiel. Irgendwann gehen die im Sommer gesammelten Vorräte an Kiefernzapfen zur Neige und wir müssen uns im Wald neu eindecken. Vor zwei Jahren noch und auch im letzten zog ich dann mit dem Henkelkörbchen los, das mich auch beim Stoppeln oder Pilzesammeln begleitet, und klaubte alles zusammen, was sich zum Anfeuern eignet. Mit dem schlenkernden Korb am Arm war das eigentlich ernsthafte Unterfangen trotzdem kaum mehr als müßiges Herumtändeln. Damit aber ist jetzt...
14. Januar 2020
Der Winter hat sich bisher von seiner gnädigen Seite gezeigt. Die Handschuhe bleiben meist im Schrank, das Haus stets kuschelig warm und mit seinem Kaminfeuer und Kerzenlichtern gemütlich erleuchtet. Statt vor eisigem Wind ins Haus zu flüchten und mit Füßen wie Eisklumpen und klammen Händen zitternd ein Feuer in Gang zu bringen, kalt angehaucht von einer Todesahnung, die als sicheres Wissen im Körper gespeichert ist, dass man erfrieren kann da draußen, sind wir bis jetzt zwanglos und...
07. Januar 2020
... sieht man den Wald nicht. Man könnte sich fühlen wie Rilkes "Panther", "der vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, als ob es tausend Stäbe gäbe und dahinter keine Welt". Als würde er zwischen Bäumen wandern und da wär kein Wald, in dem er geht. Unverbunden, getrennt von ihm. Eine Ansammlung von Bäumen macht noch keinen Wald und schöne Worte allein keine Poesie. Da wächst was über sich hinaus, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Interpretiert man das Gedicht auch...
01. Januar 2020
Vor sehr langer Zeit las ich das Buch des holländischen Ehepaares van Veen und van Eden, die Teil der damals aktuellen Geizhalsbewegung waren. Was ich aus dem Text erinnere sind dick eingemummelte Leute in einer sparsam beheizten und kärglich beleuchteten Wohnung, die ihren dünnen Tee aus zweimal verwendeten Teebeuteln tranken. Mit scharfem Blick für Details kultivierten die Beiden ihre Sparsamkeit und hatten für alles und jeden einen hilfreichen Tipp, der die Lebenshaltung billiger...
21. Dezember 2019
Vor einiger Zeit hat sich ein Käuzchen bei uns niedergelassen. Gesehen haben wir ihn nicht, aber in der Dunkelheit hören wir seinen langgezogen traurig singenden Ruf: Huuu-huhuu-huhuhu. Er gibt der Kulisse des Waldes nachts seine Tiefe zurück, macht ihn zu einem unheimlich schönen Ort, der uns gleichzeitig lockt und warnt. Und während wir sicher geborgen in ihm beim Feuer sitzen, erwacht er um uns zum Leben. Die Spuren sehen wir erst am nächsten Tag: Federn oder Fellreste von erlegten...
17. Dezember 2019
Man kann sich zurückziehen in den Wald so tief man will, hat man einen Computer ist man doch in der Welt, die in manchen Glaubensgemeinschaften im Unterschied zu ihrer inneren Glaubens- und Lebenswirklichkeit steht. Das fällt mir gerade jetzt auf, da ich meinen alten PC, dessen Tastatur sich mehr und mehr sperrte, in andere Hände übergeben konnte und der gebrauchte Ersatz mit seinem vorgegebenen Betriebssystem von Werner noch nicht für mich mit einem freien, schlankeren und sichereren...
11. Dezember 2019
Eine "Fremde" hat mein Buch gekauft, im Blog gestöbert und einen Gruß ins Gästebuch geschrieben und plötzlich macht alles neuen Sinn. All die Bilder und Beiträge sind mit einem Mal wieder mehr als nur selbstgefälliges Umsichkreisen und Erinnerungen horten. Jetzt tasten sie sich wieder in die Welt hinein und nähren anderer Menschen Träume. Das wirken Worte! Danke! Und wenn es das einzige ist, das wir tun können in dieser hochkomplizierten Zeit, dann wollen wir es weiter tun. Uns...
22. November 2019
Jutesäcke kann man nie genug haben. Wir bewahren in ihnen Kiefernzapfen und Kleinholz zum Anfeuern, Buchenlaub für die Komposttoilette auf. Anouk hat ihren mit Stroh gefüllt als Polster in der Hundehütte, geschenkte Walnüsse und gestoppelte Zwiebeln lagern in dekorativ umgekrempelten Säcken im Haus. Im Sommer habe ich etliche zu "Blumentöpfen" umfunktioniert und für Kartoffeln, Gurken- und Tomatenpflanzen verwendet, ein Jute-Vorhang dient dem Fahrradschuppen als Türersatz, Fetzen...
16. November 2019
Ein Schläfchen unter freiem Himmel ist etwas besonderes, denn im Zustand der Halbwachheit erzählen Sträucher, Bäume und Wolken Geschichten als wehrten sie sich gegen unsere vordergründige, zweckmäßige Betrachtung. An kalten Tagen tut es aber auch ein Lager im Haus mit Blick auf die Kiefern oder unseren Haselnussbusch, der mir, wenn ich mich zögerlich aus den Armen des Schlummers löse, mit den an den Spitzen seiner Zweige wie Stabpuppen thronenden Gestalten aus Blättern ein...
09. November 2019
Alle reden vom Klima und herauskommen neue Absatzmärkte für "umweltfreundlichere" Konsumgüter und natürlich eine weitere Steuer - Ablasshandel für die kleinen Leute mit schlechtem Gewissen. Und wie beim Ablasshandel auch, bewirkt das Geld nicht das, was es sollte. Denn wenn man sich vor Augen hält, dass es die etwa 15 größten Containerschiffe sind, die so viele Schadstoffe ausstoßen wie alle Autos zusammen, dass das Militär zu den schlimmsten Umweltsündern gehört, dass die...

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