22. Februar 2019
Kaum etwas verzaubert mich mehr als unberührte Natur und schöne Worte. Als ich daher bei der letzten Radtour auf dem Wassererlebnispfad durch die malerische Landschaft der sanft plätschernden Heideflüsschen eine lyrische Infotafel entdeckte, hallten Zeilen aus Sarah Kirschs Gedicht "Im Sommer" lange in mir nach und verwoben sich mit dem was mich umgab: "Dünnbesiedelt das Land." Es "liegen die Dörfer schläfrig in Buchsbaumgärten" und "die Katze trifft selten ein Steinwurf" ... man ahnt,...
19. Februar 2019
Beispiele, um über das Leben zu grübeln, finden sich in der Natur zuhauf und anders als bei vorbildlichen Menschen wird die deutliche Botschaft nicht durch zu berücksichtigende Lebensgeschichten, Persönlichkeitsmerkmale oder die eigene Beziehung zu ihnen in einen emotionalen Balanceakt verwandelt oder zu einem facettenreichen Verwirrspiel. Ein Stein ist ein Stein und die ihn umschlingende Wurzel meint es weder gut noch böse. Und so lässt sich über Festhalten und Gehaltensein einiges...
16. Februar 2019
Die erste Reaktion angesichts eines vielleicht halben Dutzend strahlend gelber Zitronenfalter, die gestern überraschend an einem sonnigen Platz im Wald durch die Luft gaukelten, sich dann vom Tanzen erschöpft mit zusammengelegten Flügeln wie glitzernde Edelsteine auf dem grau-braunen Waldboden niederließen, um die wärmenden Strahlen zu tanken, war ein glückliches inneres Aufzeufzen. Die vorbehaltlose Freude, das Staunen über soviel unerwartete Schönheit währte allerdings nur kurz....
14. Februar 2019
Was eine Tasse alles sein kann: Suppenkelle, Vase, Zahnputzbecher, Kerzenhalter ... und Valentinsgruß. Der Erfolg eines minimalistischen Haushalts steht und fällt mit der Bereitschaft, alle Gegenstände vielfältig und zweckentfremdet einzusetzen. Denn Platz für Vasen oder Kerzenständer gibt es nicht, auch nicht für Vorlegegabeln, Cognacschwenker oder Spargeltöpfe. Die Salatschüssel muss fürs Fußbad genauso herhalten, wie zum Transport nasser Wäsche oder neben dem Ofen den...
13. Februar 2019
So viele nette Kommentare zum letzten Beitrag spornten mich an, den guten Vorsatz des energetisch sauberen Waschens auch gleich in die Tat umzusetzen. Und wirklich, es ist kinderleicht: Die Trommel halb mit Wäsche und einem Eimer Regenwasser aus dem Fass befüllen; danach Wasser mit den Kastanienstückchen, die mir die jungen Leute schon vor langem mit bester Empfehlung vermacht haben, im Topf erhitzen (im Winter vorzugsweise auf dem Ofen) und den Sud (ohne Brösel) dazu schütten; dann die...
10. Februar 2019
Was ich will, d.h. aus wirklich freien Stücken will, was ich tatsächlich brauche und was nicht, kann ich nicht wissen. Denn wer immer von Dingen umgeben ist, die kulturbestimmend, notwendig oder selbstverständlich scheinen, der spürt vielleicht dem Zuviel einzelner Besitzgruppen nach: Brauche ich noch ein Paar Schuhe, mehr Tassen, das zweite Auto, den Fernseher fürs Schlafzimmer?, nicht aber den grundsätzlichen Anschaffungen. Ob daher Sofa, Sauger, Kühlschrank, Waschmaschine, Smartphone...
08. Februar 2019
Ich bin eine unverbesserliche Optimistin. Im Herbst denke ich bei jedem Sturm, er wäre der letzte und das Rechen und Fegen lohne bereits. Jetzt im Vorfrühling braucht es nur zwei milde Tage mit etwas Sonne, um mich zu überzeugen, dass der Winter vorbei ist und der Frühling Einzug hält. Schon bin ich euphorisch gestimmt und in Aufbruchstimmung bereit, mit aller Routine zu brechen und neue Wege zu suchen. Die Möglichkeiten liegen förmlich in der Luft und alles scheint vibrierend auf einen...
03. Februar 2019
Es ist eigenartig, welch innigen Bezug wir zu der Wärme entwickelt haben, die wir selbst mit dem Feuer im Ofen produzieren. Da sie nicht losgelöst von uns denkbar ist und daher Ausdruck unseres Lebens mit seinen teils gleichen, teils wechselnden Gewohnheiten, schwingt auch sie in Abhängigkeit von unserer Zeit, Geschick und Mühe und wird zu etwas Persönlichem und Kostbaren. "Oh, ist das schön warm hier!" sagen wir jedes Mal dankbar und empfinden es auch so. Besonders deutlich wird uns das,...
31. Januar 2019
Nun wird das gute alte Stück doch endlich ausgemustert. Übernommen von den Vorbesitzern unseres Häuschens pflegt es schon allzu lange seine Schwächen: die abgewetzten Bürsten taugen zu keiner Kehrarbeit mehr und das zerrissene Blech am Saugerfuß zerkratzt den Boden, sofern die Ecken und Kanten nicht regelmäßig flachgeklopft werden. Nur seine untadelige Saugleistung muss lobend hervorgehoben werden. Dennoch war ich zur Trennung bereit, als ihm vor vielen Monaten der Stiel abbrach und er...
28. Januar 2019
Die große Herde Galloway-Rinder, die auf einer Weide am Rand meiner üblichen Anouk-Runde Einzug gehalten hat, ist schon von weitem zu sehen. Aus einiger Entfernung kann man sie beinahe für wildlebende Bisons halten, so dunkel und vielköpfig ist die Schar. Ein beeindruckender Anblick, der einen auf Abstand halten könnte. Kommt man jedoch näher, verfällt man augenblicklich dem Charme ihrer bärenhaften, gutmütigen Ausstrahlung. Ihre gedrungene Gestalt, das dicke, zottelige, schwarz, weiß...

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